PPR - bis 14.3. - Piloten bitte anfragen unter +49 173 964 1703

Vortrag von Hans Hörber am 1. April 2023

Trotz Schmuddel-Wetter ließen es sich am ersten Samstag im April über 30 interessierte Pilotinnen und Piloten nicht nehmen, dem anschaulichen, reichlich mit Fakten versehenen und vielfältigen Erfahrungen gespickten Vortrag von unserem Mitglied und früheren „Technischen Leiter Segelflug“, Hans Hörber zu lauschen. Hans hatte eigens dafür einen ROTAX Demonstrationsmotor mitgebracht und konnte die technischen Zusammenhänge dadurch eindrucksvoll erklären und verdeutlichen.

Zunächst blickte er zurück, auf die über 100-jährige Geschichte von ROTAX: Das Unternehmen wurde 1920 in Dresden von dem Pionier Friedrich Gottschalk, Besitzer einer erfolgreichen Fabrik für Fahrradteile als ROTAX-WERK AG gegründet. Die bereits 1906 eingetragene Schutzmarke ROTAX leitet sich aus dem lateinischen Begriff „Rotande Axis“ (rotierende Achse) ab und geht auf die, speziell im Radsport, als besonders zuverlässig geltende und patentierte ROTAX-Freilaufnabe zurück. Auch die Geschichte des Unternehmens ist eine spannende Geschichte für sich. 1930 wurde das Unternehmen durch die Fichtel & Sachs AG übernommen und nach Schweinfurt verlegt. 1943 siedelte das Unternehmen nach Österreich über und wurde 1970 vom Bombardier-Konzern gekauft.

Unter dem Markennamen ROTAX produziert BRP-Rotax Hochleistungsmotoren für Schneeschlitten, Jet- und Sportboote, Geländefahrzeuge, Quads, Karts, dreirädrige Roadster und für Motorräder der Hersteller Aprilia, BMW, Buell und MZ sowie für leichte Sportflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Tragschrauber, Motorsegler, Drohnen und Heißluft-Luftschiffe.

Die Entwicklung des inzwischen weltweit verbreiteten Flugmotors ROTAX 912 begann im Jahre 1984, die Zertifizierung folgte fünf Jahre später. Mit der Zeit entwickelte er sich zum Standardmotor der UL-Klasse. Bis zum Juni 2014 wurden 50.000 Motoren der 912er-Familie ausgeliefert. Seit 1975 wurden mehr als 170.000 Einheiten der Rotax-Aircraft-Motoren verkauft. Eine beeindruckende Zahl.

Der ROTAX 912 ist ein mit Benzin betriebener Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor mit untenliegender Nockenwelle, flüssigkeitsgekühlten Zylinderköpfen, luftgekühlten Zylindern, hydraulischem Ventilspielausgleich, kontaktloser Magnet-Kondensator-Doppelzündung und eingebautem elektrischen Starter. Der Motor verfügt zudem über eine Trockensumpfschmierung und zwei CD-Vergaser, eine mechanische Kraftstoffpumpe sowie ein mit Überlastkupplung angeflanschtes Luftschraubengetriebe, das die Drehzahl zwischen Kurbelwelle und Luftschraube reduziert. Diese Rutschkupplung schützt auch den Motor im Crash-Fall. Aufgrund seiner konstruktiven Auslegung ist der Motor nicht für den Kunstflug geeignet.

Gebaut wird er in den Varianten 912 A/F/UL mit 59,6 kW (80 PS), 912 S/ULS mit 73,5 kW (100 PS) sowie den mit Turbolader ausgestatteten 914 F/UL mit 84,5 kW (115 PS).

Seit 2012 wird die Serie 912 I produziert. Dieser Motor ist mit einem Engine-Management-System (EMS) ausgestattet, das für die optimale elektronische Zündung und Einspritzung sorgt. Das Kraftstoffsystem wird von zwei redundanten elektrischen Kraftstoffpumpen versorgt. Zur I-Serie gehören die Modelle 912 IS und 912 ISC Sport.

Rotax Flugmotoren stehen für herausragende Leistung, hohe Qualität, Zuverlässigkeit, geringen Spritverbrauch und reduzierte Schadstoff-Emissionen. Alle Rotax Flugmotoren sind zugelassen für den Betrieb mit Ethanol 10, MOGAS und AVGAS.

Hans behandelte alle wichtigen Komponenten des Rotax-Antriebs, gab wertvolle Tipps und berichtete über eigene Erfahrungen, z.B. als er eine auf einem Modellflugplatz gestrandete UL-Maschine eines Charter-Piloten zum Erstaunen der Modellflieger wieder in die Luft brachte – selbstverständlich nach eingeholter Wiederstart­genehmigung.

Unsere Motorflugzeuge vom Typ Aquila A210, der Motorsegler Super Dimona, sowie alle UL-Flugzeuge des Luftsportrings sind mit Rotax-Motoren ausgerüstet. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen: Unser Motorsegler KLSR mit dem ROTAX 914 Turbo hat keine mechanische Benzinpumpe, dafür aber zwei redundante elektrische. Würde jedoch der Generator ausfallen, ist damit zu rechnen, dass mangels Energie nach einigen Minuten auch die Benzinpumpen stehenbleiben.

Nach kurzweiligen 90 Minuten „Nonstop-Flug“ durch die Rotax-Welt, erhielt Hans viel Beifall, Lob und Anerkennung. Dies drückte sich auch in persönlichen Nachgesprächen mit einigen Teilnehmern aus. Mit diesem Vortrag wurde damit auch das Winterprogramm 2022/23 abgeschlossen.

Viel Zeit wurde in den Wintermonaten in der Segelflug - Werkstatt investiert. Die Segelflugzeuge wurden gewartet und die beiden Hochleistungs-Segelflugzeuge vom Typ LS-8 bekamen neue High-Tech-Instrumente und Bordcomputer. Paul Schwarz wird mit einer der beiden Maschinen dieses Jahr bei den Deutschen Junioren Meisterschaften starten. Die finden in den ersten beiden Juniwochen in Elchingen statt. Paul Schwarz ist also der Lokalmatador.

Die Flugzeuge werden jedes Jahr „TÜV“-mäßig durch einen „Technischen Luftfahrzeug-Prüfer“ überprüft und für den Flugbetrieb freigegeben. Obligatorisch zum Saisonbeginn ist im Verein immer eine Sicherheitsunterweisung für alle Piloten. Check- und Übungsflüge, als auch im Theoretischen Bereich. Über neue Verfahren, Regeln und Lufträume müssen sich die Piloten stets informieren. Diese Abläufe markieren jährlich den Startschuss für die jetzt offiziell beginnende Flugsaison 2023. Thomas Mannal ist der Ausbildungsleiter für Segelflug. Er und seine Segel-Fluglehrer werden in der nächsten Zeit häufig im Doppelsitzer mitfliegen. Thomas Mannal ist auch erster Ansprechpartner für Interessierten, die mit dem Segelfliegen beginnen möchten. So zum Beispiel für Neumitglieder von der Anmeldung, über die erste Einweisung zu den verschiedenen Ausbildungsabschnitten, bis hin zur Prüfung. Aber auch für Vereinspiloten, welche weitere Berechtigungen erwerben möchten. So ist es ein Leichtes, zum Beispiel sich als Segelflieger auf dem Motorsegler weiterbilden zu lassen und diese Berechtigung zu erwerben. Zwölf ehrenamtlich tätige Segelfluglehrer ermöglichen die günstige Ausbildung zum Piloten mit einem breitgefächerten Spektrum an Lizenzen und Berechtigungen.

Beginn des regelmäßigen Segelflugbetriebes

Mit dem Saisonbeginn startet nun der regelmäßige Segelflugbetrieb und die Piloten sowie die Flugschüler stehen schon in den Startpositionen, um wieder in die Luft zu kommen. Für den reibungslosen Ablauf am Boden bedarf es eine Kernmannschaft wie dem Flugleiter, dem Windenfahrer und Fluglehrer. So das Wetter es zulässt, findet dann an Wochenenden und Feiertagen Flugbetrieb statt. Interessierte dürfen jederzeit bei Flugbetrieb auf dem Flugplatz vorbeischauen und sich über die Ausbildung zum Piloten zu erkundigen.

Termine in diesem Jahr:

Vom 29.05. bis 9. Juni, Deutsche Junioren Segelflugmeisterschaft

Vom 29.07 bis 6. August, Schulungswoche für Segelflugschüler

Ein schöner Abend für den LSR Aalen. Die Segelflug-Mannschaft wurde bei der Sportler Ehrung der Stadt Aalen ausgezeichnet. Mit der Sportplakette in Bronze. Für den dritten Platz in der DmSt- Bundesliga 2022.

Der LSR Aalen bewirbt sich als Ausrichter für 2026.

Der Deutsche Aero-Club und die Internationale Segelflugkommission (IGC) haben Interesse an einem großen internationalen Segelflugwettbewerb 2026 in Deutschland. Besonders im Juniorenbereich mit Piloten unter 25 Jahren. Nach genauer Abwägung der Sachlage und internen Gesprächen hat sich der Luftsportring Aalen bereit erklärt, sich als möglicher Kandidat für die WM zu bewerben.

Die Segelflug Weltmeisterschaften der Junioren sollen im August 2026 stattfinden. Es werden rund 80 Piloten mit ihren Hochleistungssegelflugzeugen und Rückholmannschaften erwartet. Zusammen also rund 450 Personen. Bei einer WM kommen im Durchschnitt Teilnehmer aus 15 Nationen. Neben den Deutschen sind das die starken europäischen Verbände Frankreich, Italien, Spanien. Auch Piloten aus Polen, Slowakei und Benelux Ländern und Skandinavien. Auch Argentinien, Brasilien, USA, Südafrika und Australien sind Nationen, in welchen der Segelflugsport hoch angesehen ist.

Es haben sich drei Vereine/Flugplätze um die WM 2026 beworben. Neben dem LSR Aalen haben sich noch Benalla in Australien und Prievidza in der Slowakei beworben. Sollte der LSR Aalen den Zuschlag bekommen wird in 2025 eine Vor-WM stattfinden. Ein internationaler Wettbewerb, der den möglichen WM Teilnehmern aber auch den Organisatoren die Möglichkeit gibt, sich optimal auf die WM vorzubereiten.

Die Internationale Segelflugkommission IGC entscheidet über die Vergabe in den kommenden Tagen in Kopenhagen.

Unsere Gaststätte hat wieder geöffnet. Der neue Pächter Konstantinos Stratis bietet traditionell griechische Küche an, wird aber sicher auch die gängigen deutschen Speisen in seine Karte mit aufnehmen.