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Bereits zum 42. mal fand an 10 Tagen nach Pfingsten der Internationale Hockenheimwettbewerb auf dem Flugplatz Hockenheim statt. Dieser Wettbewerb ist ein fester Bestandteil des Terminkalenders von Leistungspiloten. Er beinhaltet auch die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Geflogen wurde an sieben von insgesamt acht möglichen Wertungstagen. Bei Streckensegelflugwettbewerben geht es darum, in einer möglichst kurzen Zeit mit möglichst hoher Geschwindigkeit eine vorgegebene Strecke mit dem Segelflugzeug zu bewältigen. Schon immer nehmen auch Piloten des Luftsportrings Aalen mit Privat- oder Vereinsmaschinen an diesem Wettbewerb teil. Vom Luftsportring Aalen haben bei diesem Traditionswettbewerb in diesem Jahr Steffen Schwarzer und Wolfgang Gmeiner teilgenommen.

Beide sind in der 15-Meter Rennklasse gestartet. Dabei ist Steffen Schwarzer zum ersten Mal mit der neuen JS-3 mitgeflogen. Dieser Flugzeugtyp ist eine südafrikanische Konstruktion der Firma Jonkers. Dieses Flugzeug könnte in Zukunft für deutsche Konstruktionen von der Firma Schempp-Hirth aus Kirchheim unter Teck und der Firma Schleicher (Wasserkuppe; Röhn) zu einer ernsthaften Konkurrenz werden. Wolfgang Gmeiner fliegt auf einer ASG-29 der Firma Schleicher.

Steffen Schwarzer ist nach sieben geflogenen Wertungstagen mit 6120 Punkten auf dem 3. Platz gelandet. Nur 28 Punkte hinter dem Zweiten Alexander Fleckenstein vom Aeroclub Rhein-Nahe und 48 Punkte hinter dem Sieger Klaus Kalmbach aus Tübingen…

Wolfgang Gmeiner wurde mit 5540 Punkten sechster. Beide haben sich damit für die Deutsche Meisterschaft im kommenden Jahr qualifiziert. Für beide Aalener Piloten ist das eine sehr positive Platzierung. Sowohl Wolfgang Gmeiner als auch Steffen Schwarzer waren schon mehrmals Teilnehmer bei einer Deutschen Meisterschaft. Steffen Schwarzer als langjähriges Nationalmannschaftsmitglied sogar schon bei Europa- und Weltmeisterschaften. Meteorologisch war der Wettbewerb für alle Piloten vom Wetter her sehr anspruchsvoll. Ein stationäres Hoch sorgte mit Zufuhr von trockener Luft fast nur für Thermik ohne Wolkenbildung. Wolkenthermik ist jedoch eine Art Boje, die die Thermik auf der Flugstrecke anzeigt und daraus resultieren Taktik und der gewählte Flugweg der einzelnen Piloten. „Das waren keinen einfachen Bedingungen, mit denen wir es in diesem Jahr hier zu tun hatten“, so Schwarzer überglücklich nach seinem dritten Platz. Kaum Wolken, nur Blauthermik über den gesamten Zeitraum hinweg, machten die Suche nach der Thermik nicht leicht. Für Gmeiner stand besonders die gute Teamleistung mit Steffen Schwarzer im Vordergrund: „Wir haben uns vor der Meisterschaft nur kurz besprechen können und sind dann einen hervorragenden Wettbewerb gemeinsam geflogen. Gerade bei Blauthermik, bei dem es im Team viel einfacher ist, Aufwinde zu finden, waren wir spitze. Und mit meiner etwas älteren ASG-29 konnte ich dennoch gut mithalten!“ Da der Flugplatz von Hockenheim in der Rheinebene liegt, entwickelt sich dort am Vormittag die Thermik immer etwas später als im Bergland. „Der Sprung vom Rheintal in den Odenwald ist dann normalerweise nicht so einfach, weil wir ins ansteigende Gelände fliegen müssen!“ so Gmeiner. Schwarzer ergänzt, „Aber in diesem Jahr war auch im Rheintal die Basis so hoch, das wir überraschend schnell fliegen konnten, was schließlich auch zum Erfolg beigetragen hat!“ Lange Strecken ohne zu kreisen, das ist die Taktik, bei der im Leistungssegelflug hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt werden können. Möglichst immer im Geradeausflug „im Delphinstil“ große Speed machen, Hochziehen, um dann weiter zu fliegen. Steffen Schwarzer ist ein Meister dieser Taktik.

Die Leistungsdichte der Piloten während des Wettbewerbs war so hoch, dass es gleich zweimal zwei Tagessieger gab. In den Gesamtwertungen siegten Matthias Greiner, Clubklasse, mit 6145 Punkten, Sören Nölke, Standardklasse, mit 6029 Punkten und Klaus Kalmbach, Rennklasse, mit 6168 Punkten. Die Abstände in der Rennklasse sind so knapp, dass es gerade mal 20 Punkte Unterschied zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten waren.

Wie bei der Tennisrangliste gibt es auch im Segelflugsport eine Rangliste. Diese berücksichtigt die erzielten Platzierungen in den jeweiligen Wettbewerben, außerdem sind sechs bis acht Piloten in jeder Klasse für die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr qualifiziert. Schwarzer und Gmeiner sind für den Luftsportring Aalen auf jeden Fall mit dabei.

Foto: Wolfgang Gmeiner (li.) aus Ellwangen und Steffen Schwarzer (AA-Ebnat) sind glücklich über die Qualifikation zur DM