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Zurzeit trainiert die Segelflug-Nationalmannschaft auf dem Flugplatz in Elchingen. Es sind die Besten der Besten, die sich auf dem Härtsfeld für Trainingsflüge, aber auch taktische und organisatorische Aufgaben treffen. Im Fokus: Die WM-Teilnahme 2021. Diese Findet für die sogenannten „kleinen Klassen“, also die Flugzeuge mit 15 Meter Spannweite im August in Montlucon in Frankreich statt. vom 07.08.2021 - 21.08.2021. In der Club- Standard und FAI 15m Klasse. Steffen Schwarzer und David Bauder starten in der FAI 15m-Klasse. Sie fliegen einen neuen Ventus 3 der ihnen extra zur WM zur Verfügung gestellt wird.

Schon das Jahr 2020 sollte für Steffen Schwarzer ein ganz besonderes Jahr werden. Die Teilnahme an der Segelflug WM in Frankreich. Für Steffen und seinen Teampartner David Bauder standen vor einem Jahr die Chancen auf einen der vorderen Plätze in der 15Meter-Rennklasse nicht schlecht. Wie alle zentralen Segelflugmeisterschaften musste auch die WM in Frankreich abgesagt werden. Im August 2020 hätte sie stattfinden sollen. Die Verschiebung auf dieses Jahr geht zudem mit einer Änderung des Austragungsortes einher. Statt Chalon ist es jetzt eben Montlucon im Herzen Frankreichs. Die zweite WM für die anderen, großen Klassen in Stendal (Sachsen-Anhalt) wurde auch in diesem Jahr ein weiteres Mal abgesagt. Die Franzosen sind optimistisch.

Steffen Schwarzer fliegt wie schon bei vielen Meisterschaften sehr erfolgreich mit David Bauder aus Blaubeuren in einem Team. Ein weiterer Aalener ist ebenfalls bei der WM in Frankreich mit dabei: Bernd Schmid. Der gebürtige Giengener (Brenz), Luftsportring Mitglied und seit vielen Jahren auf dem Flugplatz in Elchingen zu Hause. Er ist selbst nicht nur Leistungspilot. Er ist auch der Teamcaptain der Segelflug Nationalmannschaft. Schmid hat die Piloten auch nach Elchingen eingeladen. Hier finden sie optimale Trainigsbedingungen.


David Bauder (links), Steffen Schwarzer

Die Teilnehmer des Elchinger „Vorbereitungstreffen“ sind neben David Bauder und Steffen Schwarzer, Enrique Levin, Stefan Langer, Jan Omsels, Uwe Wahlig und Juniorenweltmeister Simon Schröder. Teamcaptain Bernd Schmid wird unterstützt von Bundestrainer Wolfgang Beyer.


Bernd Schmid

Geübt und verfeinert werden Team Flug und spezielle Abflugverfahren. Die logistischen Vorbereitungen werden bei diesem Treffen auch final besprochen.

Für Steffen Schwarzer sind die letzten zwei Jahre mit allen Corona bedingten Unwägbarkeiten sehr spannend.

„Zuerst dachte ich mir natürlich sehr schade, dass die WM 2020 abgesagt wurde, aber ich war ehrlich gesagt auch dafür, keine „gezwungene Meisterschaft“ in Zeiten von Schließungen, Absagen und Lockdown auszutragen. Zudem auch einige Nationen, wie die Südafrikaner, hätten gar nicht teilnehmen dürfen. Der nächste Gedanke war aber auch darin eine Chance zu sehen. Normalerweise ist die Weltmeisterschaft immer ein Jahr später folgend auf die DM. Somit ist vor allem zur eigentlichen Austragungs-Zeit der WM keine Trainingsmöglichkeit mehr gegeben und auch die Vorbereitung ist in einem Jahr nur bedingt möglich. Aber im letzten Jahr war es genau deshalb möglich im Sommer 2020 in Frankreich zu Trainingszwecken zu fliegen. Ein großer Vorteil. Steffen Schwarzer ist ohne Zweifel ein Teil der Welt Flieger Elite.


Steffen Schwarzer

„Vor allem in Deutschland herrscht durch die große Anzahl an Segelflieger auch eine große Dichte an guten Segelfliegern. Ich sehe es jedes Mal, wenn ich eine gute Platzierung auf so einem Wettbewerb erreiche, auch als Privileg. Es muss schon alles stimmen und gut laufen, dass es auch dafür reicht, ganz nach vorne zu kommen. 2019 war für mich ein sehr gutes Jahr. Ich hatte wohl einen Run!“ Steffen Schwarzer hat sich 2019 in Marpingen gemeinsam mit seinem Teampartner Bauder für die WM qualifiziert.

Wie bereitet man sich außer dem Fliegen auf Meisterschaften vor? Da ich im engen Team mit meinem Kollegen David Bauder fliege, versuchen wir, wenn möglich, einen Vorbereitungswettbewerb zu fliegen - dies ist zwar Fliegen, hat aber den direkten Austausch als netten Nebeneffekt. Ansonsten nutze ich auch alte Flüge und analysiere diese. Manchmal schaue ich aber auch einfach beim Spazieren in den Himmel und überlege, wie ich jetzt fliegen würde.

An einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können ist für Steffen nichts Neues. An der Militär-WM hat er teilgenommen und wurde damals auch Weltmeister. Ich sehe es als ein großartiges Ereignis, sich mit internationalen Kollegen zu messen aber vor allem zu treffen und sich auszutauschen. Das Ganze wird abgerundet, dass man als deutsches Team dort ist. Bei einer DM ist das alles individueller. Vor allem freue ich mich in diesem Jahr wieder mit interessanten Leuten fliegen zu dürfen. Eine internationale Meisterschaft hat noch einmal ein anderes Flair als ein nationaler Wettbewerb.

Mit welchen Erwartungen geht es jetzt nach Frankreich?

2020 konnten David und ich ja bereits am Austragungsort fliegen. Das Gelände kennenzulernen und die Eigenheiten der Gegend erkunden. Das haben wir gemacht. Dass wir alle nicht mit Wasser fliegen durften und die Streckenwahl relativ ungünstig gestaltet wurde, hat für uns dieses Ziel noch verstärkt – die Wertung war für uns völlige Nebensache. Bis zur WM jetzt im August gilt es nun das Beste in der Vorbereitung hier von Elchingen aus zu machen. Zum Beispiel das Fliegen mit dem Neuen Ventus 3.

Der Luftsportring Aalen drückt Steffen Schwarzer und den Deutschen WM-Piloten die Daumen.