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  Die ADAC Luftrettung beabsichtigt Schulungs- und Übungsflüge mit neuartigen Sichtsystemen auf dem Flugplatz in Elchingen. Ab dem 26. Oktober, also nach der Zeitumstellung und der damit verbundenen früheren Dämmerung, plant der ADAC einzelne Übungsanflüge auf den Flugplatz. Diese finden dann außerhalb der üblichen Öffnungszeiten statt, also nach Sonnenuntergang. Meistens in den frühen Abendstunden. 

 Der Flugplatz Aalen-Elchingen ist von den Luftfahrtbehörden und der ADAC-Luftrettung als einer von 9 Flugplätzen in ganz Deutschland wegen seiner Lage ausgewählt worden. 

Die nahe Autobahn A 7, die umliegenden Krankenhäuser und Fachkliniken machen den Flugplatz als Übungsort Interessant. Da es im direkten Umfeld des Flugplatztes keine starken Lichtquellen gibt, können die Piloten mit dem sogenannten NVIS-System bestens üben. Dieses System dient im Besonderen den Flugbesatzungen bei Dämmerung und einsetzender Dunkelheit.  

 Laut ADAC wird es in dem Zeitraum zwischen 26.Oktober und Mitte Dezember einzelne Anflüge geben. Neben Elchingen sind 8 Weitere Flugplätze in ganz Deutschland ausgewählt worden. 

Für die Flüge bei Dunkelheit tragen die Piloten spezielle Nachtsichtbrillen, damit sind sie in der Lage, nach Sonnenuntergang auch bei minimalen Lichtverhältnissen direkt an der Einsatzstelle zu landen.  

Die Nachtsichttechnologie NVIS (Night Vision Imaging System) wird von den Rettungspiloten neben Verlegungsflügen auch bei nächtlichen Primäreinsätzen im regulären Rettungsbetrieb verwendet. Diese ermöglicht die sichere Notfallversorgung bei Dämmerung oder Nacht. 

Durch die Notfalleinsätze bei Nacht könnte auch der Rettungsdienst im Ostalbkreis und den umliegenden Nachbarkreisen entscheidend verbessert werden, so der ADAC.  

Akut erkrankte oder verunfallte Patienten können bei diesen Primäreinsätzen damit vor Ort notfallversorgt und auf schnellstem Weg in geeignete Kliniken transportiert werden. 

 

 Die Luftretter sind gesetzlich dazu verpflichtet solche Übungen durchzuführen.  

Der Luftsportring als Inhaber und Betreiber des Aalen-Heidenheim/Elchingen (EDPA) hat der Anfrage die Zustimmung gegeben. 

Der Vorsitzende des Luftsportrings Aalen Helmut Albrecht lobt die hervorragenden Beziehungen zur Deutschen Luftrettung.  

„Schon jetzt fliegen regelmäßig Rettungs-Hubschrauber den Flugplatz an, um Patienten in die Spezialklink nach Neresheim zu überführen. Gerade bei Schlaganfallspatienten ist der Faktor Zeit von enormer Bedeutung!“ 

Auch während des Corona-Lock-Downs fanden diese statt.  

Albrecht betont: „Dies unterstreicht die überregionale Bedeutung unseres Flugplatzes!“ 

Deswegen hat der Luftsportring auch die Zustimmung für die ADAC-Flüge gegeben. „Da es sich nur um vereinzelte Flüge handelt und auch nicht in der Nacht“, so Albrecht. 

„Schließlich könnten diese Einsätze auch Leben der Einheimischen retten. 

Die Flüge sollen im Zeitraum vom 26.10. - 13.12.2020 stattfinden. Vor weiteren Übungsaktivitäten werden wir informiert. Dauerhaft stattfindende Flüge in den Abendstunden wird es nicht geben. Und - uns ist besonders wichtig, dass die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden informiert ist!“ 

 

Seit genau 50 Jahren gibt es die die öffentlich-rechtliche Luftrettung in Deutschland. 

1970 flog „Christoph 1“ den ersten Einsatz von München aus.  

Bei rund 20.000 Verkehrstoten damals war der Hauptgrund für die Anforderung eines Rettungshubschraubers noch der Verkehrsunfall. Mit der erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr hat sich dies komplett verändert. 2018 war nur in rund elf Prozent der 54.356 Einsätze ein Verkehrsunfall der Grund für schnelle Hilfe aus der Luft. Anforderungsgrund Nummer eins bei täglich rund 150 Einsätzen waren in fast jedem zweiten Fall internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen, in 13 Prozent Freizeitunfälle (Sport- und häusliche Unfälle) und in elf Prozent neurologische Notfälle (zum Beispiel Schlaganfall).

Bundesweit mit 50 Rettungshubschraubern und 36 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert wird oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz.   

Albrecht erklärt: „Als Verkehrslandeplatz dient unser Flugplatz in Elchingen auch als Infrastruktureinrichtung des Landes. Daher tun wir unser Möglichstes, um in diesen schwierigen Zeiten zu helfen.“ Der Luftsportring unternimmt vielfältige Investitionen in die Sanierung und den Erhalt der Anlagen, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Gerade in schwierigen Zeiten muss man den Blick nach vorne richten. 

 

Fotos:  

ADAC Rettungshubschrauber.  

Piloten im Einsatz mit dem NVIS. 

Zur Veröffentlichung freigegeben durch ADAC. 

  

Michael Kost 

Luftsportring Aalen; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit